Fanshop der Globalisierung

Bikinis und Hochzeitskleider aus Fußballtrikots

Ausstellung „Fanshop der Globalisierung“ über Fußball und Ökonomie auf Deutschlandtour

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und die Berliner Agentur raumtaktik schicken den „Fanshop der Globalisierung“ vom 4. Mai bis 14. Juli 2006 auf Deutschlandtour. Außergewöhnliche Kleidungsstücke junger Berliner Modedesigner stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung, die an Beispielen aus der Welt des Fußballs das globale Wirtschaftssystem erklärt.

Textilien waren schon immer ein bedeutender Bestandteil weltweiten Handels: Die Seide Marco Polos beispielsweise und die Baumwolle des Britischen Empires. Produktionsorte und Absatzmärkte von Textilien verteilen sich heute über die ganze Welt – verbunden durch billige Containertransporte. Die Produktionsbedingungen in den Sweatshops der Dritten Welt vereinen weltweit Globalisierungskritiker zum gemeinsamen Protest. Auch im Fußball spielen Textilien eine wichtige Rolle: Die Fans lieben sie, die Sponsoren werben auf ihnen, und mit dem globalen Verkauf der Trikots der Superstars wird viel Geld verdient.

Für den „Fanshop der Globalisierung“ haben fünf junge Modedesigner – bel epok, Florinda Schnitzel, substratdesign, urbanspeed, vonWedel&Tiedeken – je fünf Trikots aus aller Welt zerschnitten, umgestaltet und zweckentfremdet. Das Trikot der französischen Weltmeister von 1998 wird zur Kluft für vermummte französische Demonstranten, der Trainingsanzug des DFB zum afrikanischen Hochzeitskleid, und das schwarze Schiedsrichtertrikot verwandelt sich in ein Business-Outfit für die Geschäftsfrau.

Jedes der 25 ausgestellten Kleidungsstücke erzählt eine Geschichte über Globalisierung – stets anhand von Beispielen aus der Welt des Fußballs: vom weltumspannenden TV-Rechtehandel, der Entführung von Fußballerfamilien in Südamerika, den Marketingstrategien des FC Bayern München in China, David Beckhams Marktwert als Popidol bis hin zu den Fußballcamps an der Elfenbeinküste.

In einem 12 Meter langen Seecontainer reist die Ausstellung vom 4. Mai bis 14. Juli 2006 durch Deutschland: von Dortmund über Köln, Frankfurt, Stuttgart, München, Leipzig, Hannover, Hamburg und zum Finale nach Berlin. Nachts wird die Rückwand des Containers zum Bildschirm, auf dem Making-of-Videos aus den Ateliers und Sweatshops der Modedesigner zu sehen sind.

Der Eintritt in den „Fanshop der Globalisierung“ ist frei.

Zur Ausstellung erscheint das Kartenspiel „Schwarzer Peter der Globalisierung“, das für 1 € im Fanshop und bei der Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich ist.

Ausstellungsstationen des „Fanshops der Globalisierung“:

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