Offizieller Beitrag des Kunst- und Kulturprogramms der Bundesregierung zur FIFA WM 2006T in Zusammenarbeit mit dem OK FIFA WM 2006
Vom 5.5. bis 30.7.2006 im Fernsehmuseum der Stiftung Deutsche Kinemathek, Filmhaus am Potsdamer Platz
"Das Geheimnis des Fußballs ist ja der Ball", hat Uwe Seeler mal gesagt, aber das ist wohl nur einer der Gründe für die Faszination, die dieser Sport auf so viele Menschen weltweit ausübt. Er lockt Hunderttausende in die Stadien und Millionen vor die Fernseher, seine Akteure sind Stars, die verehrt werden wie Helden. Das Fernsehen hat einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung. Es hat nicht nur die Popularität des Sports durch immer neue Inszenierungsweisen potenziert, es hat auch das Bild der meisten Menschen vom Fußball geprägt. "Dass der heutige Fußball so viel schneller und athletischer wirkt als der vor zwanzig oder dreißig Jahren, als meist nur eine einzige Halbtotale mit langen Schwenks ein eher behäbiges Gesamtbild erzeugte", schreibt Christian Eichler in seinem "Lexikon der Fußballmythen", "hat vielleicht mehr mit dem Fortschritt des Fernsehens als dem des Fußballs zu tun."
Eine spannende, eine mitunter auch prekäre Liaison hat sich da entwickelt, ein Verhältnis, das es in sich hat. Eine Beziehung, in der beide Seiten voneinander profitieren, in der sie einander aber auch auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sind. "In Ländern wie Mexiko und Argentinien", so Eichler, "bestimmt in der Praxis ein Fernsehsender über die Nationalteams; in Europa kaufen sich immer mehr Medienmultis die passenden Klubs für ihr Programm." So nutzen sie ihre Sportsendungen als Werbeplattform für einen gigantischen Markt von Sponsoren und treiben - um Übertragungsrechte wetteifernd - die Lizenzkosten in schwindelerregende Höhen.
Die Ausstellung TOR! Fußball und Fernsehen erzählt, wie der Fußball die Entwicklung des Fernsehens beeinflusst und das Fernsehen den Profi-Fußball mit geformt hat. Sie beschreibt die Inszenierung von Bild und Wort, das Spektakel um Schau und Show, das Drama um Geld und Gefühle, den Bilderrausch und die nüchternen Momente rund um den ledernen Ball.
Pressekontakt: Sabine Sasse Fernsehmuseum der Stiftung Deutsche Kinemathek Filmhaus am Potsdamer Platz (Sony Center) Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin Tel.: +49 - (0)30 - 300 903 530
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